Der „Mythos Kampfhund“

Der „Mythos Kampfhund“

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Aktuelle Vorfälle, wie jener im deutschen Hannover, rücken die Kampfhundeproblematik wieder einmal ins Licht der Medien. Als Hundebesitzer und Halter einer solchen Rasse weiß ich um die Schwierigkeit eines solchen Themas und die fast alltäglichen Konfrontationen mit Nicht Hundebesitzern, die aufgrund solcher Vorfälle wie neulich im deutschen Hannover anfangen von einem Hund auf alle Hunde dieser Rassen zu pauschalisieren.

Die Kampfhunde-Problematik lässt sich nicht leugnen oder ändern. Was sich aber ändern lässt ist die Einstellung zu diesem Thema.
Meiner Meinung nach sollte bei diesem Thema an der Wurzel angesetzt werden und die heißt einerseits Aufklärung und Information aber auch Kompetenzerweiterung und Aufbau von Führungskompetenzen von Seiten der Hundehalter mit bereits auffällig gewordenen Hunden!
Ich als Hundetrainer setze genau an diesem Punkt an, um beste Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten. Ein sehr wichtiger Punkt stellt für mich auch die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch dar, da wir mit Konkurrenzdenken oder sturköpfigkeit erstens nicht weit kommen und zweitens es keiner Seite etwas nützt.
Nur in der Zusammenarbeit liegt für mich persönlich der Schlüssel zur Ansatz- und schrittweisen Aufarbeitung und Lösung des Problems, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass

a) kompetente Schulung der Hundehalter,
b) Zusammenarbeit mit Behörden und fachkompetenten Hundetrainern und
c) Aufklärung sowie strikte Einhaltung von, und Kenntnisse über Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung und -abwehr (allen voran der Maulkorb) zum Minimieren von Beißvorfällen beitragen!

Auch Angaben über den ursprünglichen Zuchtzweck dieser Hunderassen lassen jegliche Kompetenz vermissen. Gar abenteuerliche Geschichten rund um das Zuchtziel geistern im Internet auf diversen, teils renommierten Hundeseiten umher. „Kampfhunde seien ursprünglich für Hundekämpfe gezüchtet worden“, sagt zum Beispiel eine große Hundeseite im Internet.
Mit dieser Art von schlicht und ergreifender Fehl-Information wird eine Hetze gegen diese Hunderasse betrieben die ihresgleichen sucht.

American Staffordshire Terrier sind einzig und allein ursprünglich zur Bekämpfung der früheren Rattenplage gezüchtet worden, da ein Hund mit äußerst schnellem Reaktionsvermögen, klarem Kopf, eigensinnigen Charakter und sehr hoher, effizienter Beißkraft als Zuchteigenschaften gewünscht und gebraucht wurde!

Das man diese Eigenschaften für eigene Zwecke nutzen kann, und diese Hunderassen später in diversen einschlägigen Milieus und Kreisen äußerst beliebt wurden und teils heute noch sind, dürfte klar sein.
Eine solide, autoritäre Grunderziehung ist bei diesen Hunderassen genauso nötig wie die Überlegung vor dem Kauf, wie wir mit diesen Rassen zusammenleben wollen!

Diese Hunderassen brauchen – mehr als alle anderen Hunde – einen führungsstarken, vor allem aber einen konsequenten aber dennoch liebevollen Halter und Besitzer, klare Regeln die ohne Ausnahme eingehalten werden und einen strukturierten und regelmäßigen Tagesablauf!

Erst wenn diese grundlegenden Rahmenbedingungen geschaffen sind, darf man sich über einen ausgeglichenen, gesunden und im Alltag stabilen Hund freuen, mit dem ausgiebig gespielt aber auch gekuschelt werden darf!

Bernhard Albin

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