AGGRESSION bei Hunden

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Das Thema AGGRESSION wirft immer noch viele Fragen
– nicht nur unter Hundehaltern – auf.
Aggression dient dem Hund grundsätzlich zur Entfernung aller störenden Umweltreize aus seiner unmittelbaren Umgebung, der Individualdistanz.
Die Individualdistanz (ID) kann entweder hoch oder niedrig sein.
Bei einer hohen ID zeigt der Hund sehr früh aggressive Signale, wohingegen bei niedriger ID der Hund erst relativ spät auf diese „zurückgreift“.

Aggression ist sehr stark am Lernen am Erfolg beteiligt!
Das heisst, je öfter der Hund mit der Strategie Aggression Erfolg hat umso häufiger (und heftiger) wird er diese auch einsetzen!
Verantwortlich hierfür ist das „Selbstbelohnungs“-Hormon Dopamin, welches für eine Reizschwellenerniedrigung sorgt und somit die Reizschwelle für folgende Verteidigungs- und/oder Angriffssituationen herabsetzt.
Aggression kann defensiv (zum Zweck der Verteidigung) oder offensiv (zum Zweck des Angriffs mit Absicht der Beschädigung) gezeigt werden, kann gerichtet, umgerichtet und in generalisierter Form auftreten!
DEFENSIVE Aggression kennzeichnet den – wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt – eher ängstlichen Hundetyp, wohingegen OFFENSIVE Aggression von eher selbstbewussten Hunden als Erstlösung gewählt wird.
Aber auch ein Übergang von defensiver zu offensiver Aggression kann durchaus gezeigt werden, zum Beispiel wenn dem ängstlichen Hund die Möglichkeit zur Flucht verwehrt ist (Befreiungsschlag)!
Bei der defensiven Aggression ist das Stresshormon Cortisol ausschlaggebend!
GERICHTETE Aggression ist auf ein bestimmtes Objekt bezogen (bewegt, unbewegt, Mensch oder Tier), GENERALISIERTE Aggression bezeichnet einen Zustand in der der Hund auf alle Reize mit Aggression antwortet, wobei hier in allen Fällen nachträglich wieder Dopamin ins Spiel kommt und den Erfolg bestätigt.
Die UMGERICHTETE Aggression bezeichnet eine Abwehr gegen Dritte, die mit der eigentlichen (auslösenden) Situation nicht in Verbindung steht, wobei hier wiederum zwischen Ersatzhandlung (der Hund WILL beissen) und Übersprungshandlung (der Hund weiss nicht dass er beisst) strikt unterschieden werden muss!

Bernhard Albin

Über den Autor

RealizeDogs steht für theoretische und praktische Fachkompetenz, individuelle Betreuung, angepasstes Training, kompetente Beratung und
Tierschutz- und Artgerechten Umgang mit dem Hund!

Bernhard Albin
http://realizedogs.at
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